Ratgeber // Erster Eindruck

Der Test am Handy: warum viele Websites am Smartphone verlieren

Die meisten Ihrer Kunden öffnen Ihre Website zuerst am Handy, oft abends auf dem Sofa. Was am großen Bildschirm ordentlich aussieht, fällt am Smartphone durch. Und dort entscheidet sich die Anfrage.

Machen Sie den Test selbst

Öffnen Sie Ihre Seite am Handy. Sehen Sie in drei Sekunden, was Sie anbieten und wie man Sie erreicht? Müssen Sie zoomen, schieben, suchen? Was Sie stört, stört den Kunden auch, nur klickt er weg.

Winzige Schrift und Fummel-Menüs

Text, den man vergrößern muss, und Menüs, die man kaum trifft, kosten Anfragen. Am Handy zählt: große Schrift, klare Knöpfe, mit dem Daumen bedienbar.

Der Weg zur Anfrage muss ein Fingertipp sein

Wer die Nummer erst markieren und kopieren muss, ruft nicht an. Anrufen und Anfragen müssen mit einem Tipp erreichbar sein, ganz oben und nicht im Kleingedruckten.

Langsame Seiten verliert man sofort

Lädt die Seite am Handy zu lange, ist der Besucher weg, bevor sie da ist. Tempo ist am Smartphone kein Luxus, sondern Voraussetzung. Wer am Handy gefunden werden will, sollte außerdem lokal sichtbar sein.

Fünf Punkte, die Sie in fünf Minuten prüfen

Nehmen Sie das Telefon, nicht das Tablet, und gehen Sie der Reihe nach vor. Erstens: Erkennen Sie im ersten Bildausschnitt, was das Unternehmen macht und für welche Orte, ohne zu scrollen? Zweitens: Ist der Weg zur Anfrage sichtbar, ohne dass Sie ihn suchen müssen? Drittens: Können Sie jeden Menüpunkt mit dem Daumen treffen, auch unterwegs im Stehen?

Viertens: Lässt sich der Text lesen, ohne die Finger zum Vergrößern zu benutzen? Und fünftens: Rutscht irgendwo etwas seitlich aus dem Bild, sodass Sie schieben müssen? Das passiert oft bei Tabellen, breiten Bildern oder langen Wörtern und ist am Schreibtisch nie zu sehen.

Machen Sie den Durchgang einmal im eigenen Netz und einmal mit ausgeschaltetem WLAN, also über Mobilfunk. Der Unterschied überrascht die meisten. Ihre Kunden stehen selten neben dem Router, wenn sie nach einem Anbieter suchen.

Machen Sie den Test heute Abend selbst, auf dem Sofa, am eigenen Handy, so wie Ihr nächster Kunde es tut. Was Sie dabei stört, führt bei ihm zum Wegtippen. Eine Website, die von Anfang an fürs Handy geplant ist, besteht diesen Test, weil sie nicht nachträglich zurechtgebogen wird.

Häufige Fragen: Website am Handy

Wie teste ich meine Website am Handy?

Mit dem eigenen Telefon, abends, so wie Ihr Kunde es tut. Prüfen Sie fünf Dinge: Erkennt man sofort, was Sie machen und wo? Ist der Weg zur Anfrage sichtbar? Trifft der Daumen die Menüpunkte? Ist der Text ohne Vergrößern lesbar? Rutscht irgendwo etwas seitlich aus dem Bild?

Warum sieht meine Website am Handy anders aus als am Rechner?

Weil der Bildschirm schmaler ist und der Inhalt sich neu anordnen muss. Was am großen Bildschirm nebeneinander steht, rutscht untereinander, und dabei geht die Reihenfolge oft verloren. Deshalb landet ausgerechnet das Wichtigste manchmal ganz unten.

Wie viele Kunden schauen überhaupt vom Handy?

Für die meisten Unternehmen ist das Telefon inzwischen der übliche Erstkontakt. Gesucht wird abends, unterwegs, zwischendurch. Der Rechner kommt später, wenn überhaupt. Wer die Seite am großen Bildschirm entwirft und dort abnimmt, prüft also den selteneren Fall.

Was kostet mich eine langsame Seite?

Besucher, die nie ankommen. Wer wartet und nichts sieht, tippt zurück und öffnet den nächsten Treffer, meist ohne zu merken, dass er das tut. Prüfen Sie die Ladezeit deshalb über Mobilfunk und nicht im eigenen WLAN.

Reicht es, wenn die Seite am Handy nicht kaputt aussieht?

Nein. Nicht kaputt heißt nicht bedienbar. Entscheidend ist, ob jemand mit einer Hand, im Stehen, bei schlechtem Licht in wenigen Sekunden zum Ziel kommt. Das ist ein anderer Maßstab als „stellt sich sauber dar“.

Muss ich dafür eine eigene mobile Website haben?

Nein, und das wäre auch der falsche Weg. Zwei Seiten bedeuten doppelte Pflege und veralten unterschiedlich. Eine Seite, die von vornherein fürs Telefon gedacht ist, passt sich allen Bildschirmgrößen an.

Meine Seite ist schon ein paar Jahre alt. Reicht das noch?

Das entscheidet der Test, nicht das Alter. Ältere Seiten scheitern allerdings häufiger an denselben Stellen: zu kleine Schrift, Menüs für den Mauszeiger statt für den Daumen, große Bilder ohne Rücksicht auf die Ladezeit.

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